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Hongkong: Einstieg mit Augenmass
Die neue Repräsentanz in Hongkong ist der zweite Stützpunkt der Eurohypo in Asien. Im Fokus steht der hochattraktive, aber noch wenig transparente Immobilienmarkt in den chinesischen Millionenstädten.
Wer die Potenziale des chinesischen Immobilienmarkts nutzen will, muss offen für Neues und Großes sein. Neben den Megastädten Peking und Shanghai und den Hongkong-Nachbarn Shenzhen und Guangzhou stößt man schnell auf kaum bekannte Namen wie Hangzhou, Suzhou, Tianjin, Qingdao oder Dalian. Dahinter verbergen sich Metropolen, die sich in rasantem Tempo entwickeln und in puncto Einwohnerzahl den meisten europäischen und US-amerikanischen Millionenstädten schon lange den Rang abgelaufen haben. Chongqing zum Beispiel, in Zentralchina am Zusammenfluss von Jangtse und Jialing gelegen, ist mit einem Einzugsgebiet so groß wie Österreich und mit fast 32 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt.
Große Unterschiede zwischen den einzelnen Provinzen
Zugleich muss man sich bewusst machen, dass es sich keineswegs um einen, sondern vielmehr um zahlreiche Immobilienmärkte unterschiedlicher Attraktivität handelt. Die Provinzen des Landes sind nicht nur hinsichtlich Größe, Bevölkerungsdichte und Klima grundverschieden, sondern auch, wenn es um Entwicklungsstand, Wertschöpfungsniveau, wirtschaftliche Perspektiven sowie um politische und rechtliche Rahmenbedingungen geht. Die Potenziale Chinas nutzen – das bedeutet, den derzeit noch unübersichtlichen Markt „zu durchleuchten“, wie es Antony Zhou ausdrückt, um die interessantesten Wachstumsregionen und -segmente ausfindig zu machen und dabei die eigenen Risiken zu begrenzen.
China spielt wesentliche Rolle
Zhou muss es wissen, denn der in Shanghai geborene Mitarbeiter von CIBI Asia-Pacific wird als Leiter der neuen Repräsentanz Hongkong den Markteintritt der Eurohypo in China gründlich vorbereiten. Die stark wachsende Volkswirtschaft rückt immer mehr ins Blickfeld internationaler Immobilieninvestoren. Entsprechend hoch wird der zukünftige Bedarf an strukturierten Finanzierungen und Beratungsleistungen eingeschätzt. Im geplanten Asia-Pacific-Netzwerk der Eurohypo, das innerhalb der nächsten Jahre unter Leitung von Hendrik Gienow errichtet wird, spielt China deshalb eine wesentliche Rolle.
Hongkong, nach Tokio der zweite Stützpunkt der Bank in Asien, ist für die systematische Erschließung des Immobilienmarkts in „Mainland China“ eine ideale Adresse. In der früheren britischen Kronkolonie herrschen vielfach westliche Standards. Die Metropolen auf dem Festland sind von der kleinen Insel vor der chinesischen Küste hervorragend zu erreichen.
Ein weiterer handfester Grund für die Wahl Hongkongs als neuem Eurohypo-Standort war die seit Jahren etablierte Niederlassung der Commerzbank in der Chater Road. Die Eurohypo konnte nicht nur Quartier in deren Räumen beziehen, sondern kann in Zukunft auch „unter die bereits vorhandene Banklizenz der Commerzbank schlüpfen“, sagt Helge Barlen, der das Business Development China&Korea leitet und den Aufbau der Repräsentanz in Hongkong vorangetrieben hat. So ging alles ein bisschen schneller, zumal auch die Erfahrungen mit der Gründung der Eurohypo Japan von großem Nutzen waren. Anfang Januar 2007 lag die Genehmigung der Finanzaufsicht Hongkong vor, nur zwei Wochen später konnte das Büro am 16. Januar 2007 eröffnet werden.
Doch auch wenn bei der Gründung der Repräsentanz eine hohe Geschwindigkeit an den Tag gelegt wurde, regieren bei der Erschließung des chinesischen Markts Vorsicht und Augenmaß. „Zunächst geht es darum, die Geschäftsfähigkeit herzustellen“, betont Barlen. Zur Jahreswende 2007/2008 sollen die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen und erstes Geschäft angebahnt sein.
Für CIBI Asia-Pacific stehen nach Japan und Hongkong nun die nächsten Meilensteine auf der anspruchsvollen Agenda. Barlen: „Nach aktueller Planung wird das Eurohypo-Netzwerk in Asia-Pacific aus einer Reihe selbstständiger Einheiten bestehen, die auf die technische Plattform des Commerzbank-Konzerns in Singapur zugreifen.” Für die nähere Zukunft bereitet der Geschäftsbereich neben einem Büro in „Mainland China“ die Eröffnung von Geschäftseinheiten in den strategisch wichtigen Ländern Indien, Singapur und Australien vor.