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Am 26. Januar 2010 vergab die Eurohypo in Kooperation mit dem Fachmagagzin Topos im Rahmen einer Festveranstaltung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zum dritten Mal ihren International Urban Landscape Award (IULA) für herausragende städtebauliche Projekte.

Nachdem es in 2006 eine rein deutsche und in 2007 eine interkontinentale (Europa und Nordamerika) Auslobung gegeben hat, fokussierte der IULA 2009 eine Länderpartnerschaft zwischen Deutschland und Großbritannien. Der Schwerpunkt der Auslobung lag auf städtebaulichen Projekten, die durch ihre architektonischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Komponenten die Qualität des urbanen Lebens bereichern.

Gesucht wurden städtebauliche Antworten auf die starken Veränderungen der Bevölkerungsstruktur und den Wandel in den einzelnen Wirtschaftssektoren sowie kreative Konzepte für die soziale und wirtschaftliche Integration von Menschen innerhalb der Stadt und ihrer Quartiere. Ein besonderer Schwerpunkt des Wettbewerbs war dabei energieeffizientes und ressourcenoptimiertes Bauen. In Frage kamen Projekte im Bereich Wohnen oder Mischbebauung, Quartiere, Siedlungen bis hin zu ganzen Stadtteilen, die energie-effizientes und ressourcenoptimiertes Bauen besonders berücksichtigen.

Der unabhängigen IULA-Jury gehörten in 2009 folgende Experten an:

• Prof. em. Klaus Daniels, TU Darmstadt, Fachbereich Architektur, Entwerfen und Gebäudetechnologie, München/Deutschland

• Prof. Simon Guy, University of Manchester, School of Environment and Development, Manchester/Großbritannien

• Prof. Peter Roberts, University of Leeds, School of Earth and Environment, Spatial Sustainable Development, Leeds/Großbritannien

• Prof. Yvonne Rydin, University College London, Bartlett School of Planning, London/Großbritannien

• Robert Schäfer, Chefredakteur Garten+Landschaft, Topos, München/Deutschland

• Prof. Claus Steffan, Architekt, TU Berlin, Lehrstuhl Gebäudetechnik und Entwerfen, München/Deutschland

Prof. Sören Schöbel-Rutschmann und sein Team von der TU München (Fachgebiet für Landschaftsarchitektur Regionaler Freiräume) betreuten die Vorprüfung und die Jury-Sitzung.

Der IULA ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und teilt sich in 3 Preise in Höhe von 25.000 Euro, 15.000 Euro und 10.000 Euro.

Es ist ausschließlich das unabhängige, sachkundige Urteil der Experten , das den Ausschlag über den Gewinner gibt und so entschied die Jury folgende Projekte auszuzeichnen:



Das ehemalige Kasernengebiet Jenfeld liegt im Hamburger Bezirk Wandsbek, der, bisher eher gesichtslos, unter dem Zukunftsthema „Wachsende Stadt“ eine Aufwertung erfahren soll. Vielfältige Gebäudetypen und ein charakteristisches Angebot an öffentlichen Räumen stehen im Mittelpunkt des städtebaulichen Entwurfes, der derzeit realisiert wird. Stadthäuser mit Garten auf kompakten Grundstücken erweitern das Wohnungsangebot durch eine neue Qualität. Ziel ist die „Stadt der sozialen Nachhaltigkeit“, mit einem Mix unterschiedlicher Bewohner, Gewerbe, Dienstleistungen, Gastronomie und Handel. Ein gemeinsamer Gestaltungskanon macht das Viertel, bei aller Individualität der Haustypen, nach außen als Ganzes erkennbar.

Die Gebäude werden mit moderner, Energie und Wasser sparender Technik ausgestattet. Das Viertel soll möglichst energieautark werden und ohne konventionell erzeugte Nutz- und Heizenergie auskommen. Zu diesem Zweck hat Hamburg Wasser im Auftrag des Bezirks Wandsbek auf Grundlage des Funktionsplanes ein innovatives Versorgungssystem, den Hamburg Water Cycle (HWC) entwickelt. Das System sieht vor, Abwasserentsorgung, Energieerzeugung und -lieferung direkt im Quartier vorzunehmen.

Die Komponenten des HWC bestehen aus Solarthermie, Erdwärme und Energie, die durch Wärmepumpen, Spitzenlastkessel und Blockheizkraftwerk erzeugt wird.
Regenwasser wird gesammelt und oberirdisch in einen zentralen Teich geführt, es dient so zugleich als wichtiges Element der Freiraumgestaltung. Die organischen Anteile des Schwarzwassers werden in einer Biogasanlage verwertet, das restliche Wasser wird wie das getrennt gesammelte Grauwasser gefiltert und der Teichanlage zugeführt.

Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf den Dächern werden als gestalterische Elemente in die unterschiedlichen Dachformen integriert.
Solaranlagen, Blockheizkraftwerk und Biogasanlage sollen die Hälfte des benötigten Strombedarfs liefern. Die Heizenergie soll komplett in der Siedlung gewonnen werden.

Die Jury lobte den kompletten Ansatz zur Stadtentwicklung, der urbanes Wohnen in gut gestalteter Umgebung in ansprechender Architektur mit durchdachten nachhaltigen Energie- und Wasserkonzepten verbindet.

Einreicher: West 8, Rotterdam
Auftraggeber: Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Wandsbek
Planer: West 8, Rotterdam

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Der Lea River Park wird ein metropolitaner Park im Lower Lea Valley im Osten Londons. Er soll die bestehenden gemeinden zu beiden Seiten des Flusses verbinden, dazu 35 000 neue Wohnungen und 50 000 neue Arbeitsplätze integrieren. Er wird als Verbindung zum Olympiapark dienen und als Teil des Lea Valley Regional Park fungieren. Was heute noch als Niemandsland angesehen wird, gesäumt von wirtschaftlich schwachen gemeinden, soll das Rückgrat für die Entwicklung Ost-Londons werden. Im nördlichen Teil des Tales werden die Anlagen für die olympischen Sommerspiele 2012 eine völlig neue Landschaft schaffen. Der südlich anschließende Lea River Park mit seiner wertvollen aber vernachlässigten Flusslandschaft soll das Lower Lea Valley für alle Londoner zugänglich machen.

Wichtigstes Element des neuen Parks wir der sogenannte „Fatwalk“, ein linearer Park entlang des Flusses, der sechs Parkteile verbinden wird, vom East India Dock Basin an der Themse als Tor zum Tal und Lea River Park, über Bereiche mit unberührter Natur im Unterlauf des Lea, Poplar River Park, Three Mills Green, Twelve Trees bis zu Mill Meads und Abbey Mills mit den denkmalgeschützten Mühlengebäuden.

Verantwortlich für die Realisierung des umfassenden Projektes ist die London Thames Gateway Development Corporation mit den Projektpartnern Design for London und der Behörde für den Lea Valley Regional Park. Unterstützt wird es von den Gemeinden Newham, Tower Hamlets, dem Mayor of London und Transport für London.

Der Rahmenplan für den Lea River Park wurde von 5th Studio Architects entwickelt und 2008 genehmigt. Er legt die Strategie sowie die räumlichen und thematischen Grundlinien des Parks fest. Im Januar 2009 beauftragte die London Thames Gateway Development Cororation ein Team unter der Federführung von Latz+Partner Landschaftsarchitekten aus Kranzberg zusammen mit 5th Studio Architects, Ecology Consultancy und Jane Wernick Associates, detaillierte Entwürfe für die erste Phase des lea River Parks zu erarbeiten.

Einreicher: Design for London, London Development Authority
Auftraggeber: London Thames Gateway Development Corporation
Planer: 5th Studio Landschaftsarchitekten; Latz + Partner

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Da in England nur beschränkter Raum für neue Siedlungen verfügbar ist, wächst der Druck, in Überschwemmungsbereichen zu bauen, obwohl auf der anderen Seite die Überschwemmungen zunehmen und auch heftiger werden. Nach einer Untersuchung über zukünftige Fluten und dem Making Space for Water Programme wurde das LifE Projekt gestartet, um integrierte Lösungen zu finden für das Bauen in Überschwemmungsgebieten.

Unterstützt wird das Projekt vom Department for Environment, Food and Rural Affairs’ Innovation Fund. Drei Ansätze verfolgt LifE: Anpassungen, um mit dem Wasser zu leben; Raum zu schaffen für das Wasser bei Hochwasser und zero-carbon, keine Kohlendioxidemissionen, also lokale Energiegewinnung aus Sonne, Wind oder Gezeiten. Masterpläne für drei ausgewählte Gemeinden zeigen, wie durch nicht-defensive Maßnahmen Hochwasser eingeplant und zugelassen werden kann, ohne Schaden anzurichten. Es ist möglich, Erholungsgebiete oder Grabensysteme anzulegen, Landschaft als Rückzugsraum für das Wasser zu gestalten inmitten von Siedlungsgebieten.

Das Life Projekt belegt die Notwendigkeit integrierten Planens um die Effekte des Klimawandels auszugleichen, Landschaften wie Gebäude müssen dazu multifunktional ausgelegt werden. Besonders effektiv ist es, so die Studie, wenn bereits zu Beginn einer multifunktionalen Planung alle Kriterien für nachhaltige Gestaltung festgelegt werden. Zum LifE Projekt gibt es ein technisches Dokument und ein Planungs-Handbuch.

Einreicher: Robert Barker, London
Auftraggeber: Department of Food and Rural Affairs, Defra
Planer: Baca Architects; LDA design

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Die Gemeinde West Oxford Commons erstreckt sich westlich von Oxford in der Flutebene der Themse und hat häufig unter Überschwemmungen zu leiden. Um selbst aktiv zu werden gegen den Klimawandel wurde im Herbst 2007 Low Carbon West Oxford (LCWO) gegründet, mit dem Ziel, bis 2050 den Kohlendioxidausstoß in der Gemeinde um 80 Prozent zu vermindern. Zusätzlich soll die Gemeinde nachhaltig wirtschaften. Derzeit hat die Initiative 150 Mitglieder, drei Prozent der Einwohner.

Der gemeinnützige Verein gründete eine Gesellschaft für erneuerbare Energie, deren Gewinne an den Verein abgeführt werden sollen, eine Reihe von Solar- und Windkraftprojekten sind in der Testphase. Für die Finanzierung können seit Juli 2009 Anteile gezeichnet werden. In 37 Haushalten wurde das Kohlendioxid-Einsparpotenzial eruiert, 35 Prozent der Emissionen konnten eingespart werden. 600 Bäume wurden gepflanzt. Durch gemeinsam nutzbare Autopools soll der Bestand an privat genutzten Autos reduziert werden.

Bis 2050 sollen alle Häuser der Gemeinde energetisch saniert werden, der Strauß an lokalen Energiegewinnungsmaßnahmen soll West-Oxford zur Null-Kohlendioxidemissions-Gemeinde machen.

Geplant ist, mit Landwirten am Oberlauf der Themse zu kooperieren, Bäume zu pflanzen und Retentionsflächen zu schaffen um so die Überschwemmungen zu verhindern.

Ferner wird angestrebt, so viele Lebensmittel wie möglich lokal zu produzieren und zu handeln, Transportwege zu minimieren.

Einreicher: Dr. Barbara Hammond, Oxford
Planer: David Hammond Associates

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Nach einem Masterplan von 2001, der ständig fortgeschrieben wird, entsteht in den nicht mehr genutzten Hafengebieten Bremerhavens eine neue Stadtlandschaft als Teil des Stadterneuerungsprogramms.

Auf 9,5 Hektar des insgesamt 20 Hektar umfassenden Planungsgebietes entstehen neue Freiflächen als Ausgangspunkt für die weitere Stadtentwicklung, für den Strukturwandel der Stadt. Sie verbinden die Stadt mit der Weser und den ehemaligen Hafenanlagen und der Weser. Die zeitgemäß verwendeten Materialien verweisen auf die reiche Geschichte der Hafenstadt. Im Vordergrund steht, den Charakter des Hafens zu erhalten und zugleich flexibel für neue Nutzungen zu gestalten.

Wichtig dabei ist als Grundlage der Pflaster-Teppich aus wieder verwendeten Steinen. Spezielle Plätze sind in diese Pflasterflächen eingelassen, zum Beispiel der Lloyd-Platz mit einem leicht erhöhten Holzdeck, einigen Bäumen und einer speziell gestalteten skulpturalen Sitzbank.

Mehrstämmige Bäume verschiedener Arten formen den Park, einzeln stehend oder in Gruppen, bieten Schutz vor den Seewinden.

Das Lichtkonzept umfasst energie-effiziente Beleuchtungssysteme mit unterschiedlichen Aufgaben, in verschiedenen Farben und Helligkeiten. Multifunktionale Masten ersetzen die alten Straßenlampen, sind so Teil der neuen Ausstattung der Freiflächen.

Insgesamt versteht sich die Gestaltung als Hommage an die Geschichte des Hafens: Neben den Masten sind es vor allem Bänke verschiedener Typologien.

Einreicher: Latz + Partner GbR, Kranzberg
Auftraggeber: BEAN Development Company Old/New Harbour Bremerhaven, BIS Bremerhaven
Planer: Latz + Partner; Latz.Riehl.Partner

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